ND1000: zehn Blendenstufen
Der ND1000 ist der bekannteste Graufilter überhaupt – und der, dessen Name nicht stimmt. Zehn Blendenstufen bedeuten den Verlängerungsfaktor 210 = 1024. Die Hersteller runden auf der Verpackung zu „ND1000", gerechnet wird mit 1024. Aus 1/125 s werden damit 8,192 Sekunden. Im Rechner unten heißt er deshalb ND1024.
- Blendenstufen10
- Verlängerungsfaktor1024×
- Aus 1/125 s wird8,192 s
Wofür diese Stärke taugt
- Glattes Meer: Ab etwa acht Sekunden verschwindet die Wellenstruktur und die Wasseroberfläche wird zur Fläche. Das ist der Effekt, für den dieser Filter gekauft wird.
- Ziehende Wolken: Bei 15 bis 30 Sekunden zeichnen Wolken sichtbare Bahnen. Ein ruhiger Himmel bringt dagegen auch nach einer Minute nichts. Dieser Filter braucht Wind, sonst ist die lange Belichtung vertane Zeit.
- Menschen verschwinden lassen: Wer sich auf einem belebten Platz bewegt, taucht bei 20 Sekunden nicht mehr auf. Wer stehen bleibt, schon. Das ist der Grund, warum Architekturaufnahmen oft mehrere Versuche brauchen.
Mit ND1000 rechnen
Ausgangszeit wählen – die Felder stehen auf ND1000 vorbelegt.
Stunden : Minuten : Sekunden : Millisekunden
Belichtungszeiten mit ND1000
Links die Zeit, die deine Kamera ohne Filter vorschlägt, rechts, was daraus wird.
| Ohne Filter | Mit ND1000 |
|---|---|
| 1/500 | 2,0 s |
| 1/250 | 4,1 s |
| 1/125 | 8,2 s |
| 1/60 | 17,1 s |
| 1/30 | 34,1 s |
| 1/15 | 1 min 8 s |
| 1/8 | 2 min 8 s |
| 1/4 | 4 min 16 s |
| 1/2 | 8 min 32 s |
| 1 s | 17 min 4 s |
Worauf zu achten ist
- Fokus und Bildausschnitt vorher festlegen: Durch zehn Stufen sieht der Sucher fast nichts mehr, und der Autofokus gibt auf. Scharfstellen, auf manuell stellen, Ausschnitt setzen, und erst danach den Filter aufsetzen.
- Den Sucher abdecken: Bei Spiegelreflexkameras fällt Licht durch den Okularsucher auf den Sensor und erzeugt einen hellen Streifen. Viele Kameras haben dafür eine kleine Abdeckung am Gurt. Spiegellose Kameras sind davon nicht betroffen.
- Farbstich ist hier die Regel: Zehn Stufen gehen an keinem Filter farbneutral vorbei. Günstige Modelle ziehen deutlich ins Magenta oder Blaue. In Rohdaten aufnehmen und den Weißabgleich fest setzen, dann bleibt es korrigierbar.
- Ab 30 Sekunden Bulb-Modus: Die meisten Kameras hören bei 30 Sekunden auf. Jenseits davon läuft die Belichtung im Bulb-Modus, und dann braucht es etwas, das mitzählt. Bei offenem Verschluss ist Schätzen keine gute Idee.
Der ND1000 ist der Filter, mit dem die meisten anfangen, weil er den auffälligsten Effekt macht. Für Video ist er fast immer zu stark, für glattes Wasser genau richtig.
Die anderen Stärken
Noch unsicher, welche Stärke? Welcher ND-Filter? führt vom Motiv zur Blendenstufe.
Alle Werte von ND2 bis ND8192 stehen in der ND-Filter-Tabelle, häufige Fragen beantwortet das FAQ.