ND8: drei Blendenstufen
Der ND8 ist der sanfteste der gebräuchlichen Graufilter. Er schluckt drei Blendenstufen, verlängert die Belichtungszeit also um den Faktor acht: Aus 1/125 s wird 1/15 s. Das klingt nach wenig und ist genau deshalb der Filter, den die meisten am häufigsten aufschrauben. Er verändert das Bild, ohne es in eine Langzeitbelichtung zu zwingen.
- Blendenstufen3
- Verlängerungsfaktor8×
- Aus 1/125 s wird0,064 s
Wofür diese Stärke taugt
- Fließendes Wasser am Bach: Bei 1/15 bis 1/4 Sekunde bekommt Wasser Struktur und Richtung, bleibt aber erkennbar Wasser. Wer weiter abblendet, bekommt Nebel statt Bach. Das ist eine Frage des Geschmacks, nicht der Technik.
- Video nach der 180-Grad-Regel: Das ist der wichtigste Einsatz. Für natürliche Bewegungsunschärfe soll die Verschlusszeit etwa dem Doppelten der Bildrate entsprechen, bei 25 fps also 1/50 s. An einem bedeckten Tag mit offener Blende reicht ein ND8, um dorthin zu kommen.
- Offene Blende im Sonnenlicht: Porträt bei f/1.8 am Nachmittag sprengt die kürzeste Verschlusszeit vieler Kameras. Drei Stufen holen das Bild zurück in den regelbaren Bereich, ohne dass die Freistellung verloren geht.
Mit ND8 rechnen
Ausgangszeit wählen – die Felder stehen auf ND8 vorbelegt.
Stunden : Minuten : Sekunden : Millisekunden
Belichtungszeiten mit ND8
Links die Zeit, die deine Kamera ohne Filter vorschlägt, rechts, was daraus wird.
| Ohne Filter | Mit ND8 |
|---|---|
| 1/500 | 0,016 s |
| 1/250 | 0,032 s |
| 1/125 | 0,064 s |
| 1/60 | 0,133 s |
| 1/30 | 0,267 s |
| 1/15 | 0,533 s |
| 1/8 | 1,0 s |
| 1/4 | 2,0 s |
| 1/2 | 4,0 s |
| 1 s | 8,0 s |
Worauf zu achten ist
- Stativ noch optional: 1/15 s ist mit ruhiger Hand und Bildstabilisator oft noch zu halten. Ab etwa einer halben Sekunde ist Schluss, dann hilft nur ein Stativ, und zwar eines, das auch bei Wind steht.
- Farbstich praktisch keiner: Bei drei Stufen ist selbst bei günstigen Filtern kaum eine Verfärbung zu sehen. Das ändert sich erst bei den starken Filtern deutlich.
- Stapeln lohnt hier selten: Zwei ND8 ergeben sechs Stufen und damit einen ND64, dazu aber zwei Glasflächen mehr, an denen Streulicht entsteht. Wer regelmäßig sechs Stufen braucht, fährt mit einem einzelnen ND64 besser.
Als einziger Filter im Fotorucksack ist der ND8 zu schwach für glattes Wasser, als Ergänzung aber der am häufigsten benutzte. Wer Video macht, wird ihn kaum wieder abschrauben.
Die anderen Stärken
Noch unsicher, welche Stärke? Welcher ND-Filter? führt vom Motiv zur Blendenstufe.
Alle Werte von ND2 bis ND8192 stehen in der ND-Filter-Tabelle, häufige Fragen beantwortet das FAQ.