Welcher ND-Filter?

Die Frage hat keine allgemeine Antwort, aber eine kurze: Es kommt darauf an, wie lange du belichten willst, und das hängt daran, was im Bild passieren soll. Unten steht der Weg von der Bildidee zur Blendenstufe, darunter der Vergleich aller gängigen Stärken.

Wenn es nur einer sein soll

ND64, also sechs Blendenstufen. Er ist stark genug für sichtbare Bewegungsunschärfe und Video bei Sonne, aber nicht so stark, dass jede Aufnahme im Bulb-Modus landet. Wer ausschließlich glattes Wasser will, nimmt stattdessen den ND1000. Wer hauptsächlich filmt, kommt mit ND8 und ND64 zusammen am weitesten.

HMINSEKMS
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Stunden : Minuten : Sekunden : Millisekunden

Der Entscheidungsweg

Nicht „welcher ist der beste", sondern „was soll im Bild passieren". Die Reihenfolge ist absteigend nach Häufigkeit.

  1. Du filmst und willst natürliche Bewegungsunschärfe

    Die 180-Grad-Regel verlangt eine Verschlusszeit vom Doppelten der Bildrate, bei 25 fps also 1/50 s. Bei bedecktem Himmel reicht dafür ein ND8, bei Sonne brauchst du den ND64. Mit beiden im Rucksack bist du für fast jedes Licht gerüstet.

    → ND64

  2. Fließendes Wasser soll Struktur bekommen, aber Wasser bleiben

    Bach, Wasserfall, Brandung aus der Nähe: ein halbe bis zwei Sekunden. Das ist ND64 bei normalem Tageslicht, ND8 im Schatten oder in der Dämmerung.

    → ND64

  3. Das Meer soll glatt werden und Wolken sollen ziehen

    Dafür brauchst du acht Sekunden und mehr, also zehn Blendenstufen. Das ist der klassische ND1000, der Filter, für den die meisten überhaupt einen kaufen.

    → ND1000

  4. Du willst lange belichten, aber die Sonne steht hoch

    Mittags am Meer landet ein ND1000 bei zwei, drei Sekunden, was zu kurz für den Effekt ist. Dann sind zwölf Stufen nötig. Das ist der Sonderfall, nicht der Normalfall.

    → ND4096

  5. Du fotografierst bei offener Blende in der Sonne

    Porträt bei f/1.8 am Nachmittag sprengt die kürzeste Verschlusszeit vieler Kameras. Hier geht es nicht um Bewegung, sondern nur darum, Licht wegzunehmen: drei Stufen reichen meistens.

    → ND8

Die Stärken im Vergleich

Dieselbe Ausgangszeit von 1/125 s, vier Filter. Die letzte Spalte ist der Grund, warum es nicht einfach „je stärker, desto besser" heißt.

FilterBlendenstufenFaktorAus 1/125 s wirdTypisch für
ND838×0,064 sVideo bei bedecktem Himmel, leichte Bewegung im Wasser, offene Blende
ND64664×0,512 sVideo bei Sonne, Wasserfälle, erste Langzeitbelichtungen
ND1000101024×8,192 sglattes Meer, ziehende Wolken, Menschen verschwinden lassen
ND4096124096×32,768 sLangzeitbelichtung in praller Sonne, leere Plätze

Worauf beim Kauf zu achten ist

Wer unsicher ist, fängt mit einem ND64 an und ergänzt später nach oben oder unten. Das ist die Stärke, die am seltensten im Schrank liegen bleibt.

Alle Werte von ND2 bis ND8192 stehen in der ND-Filter-Tabelle, häufige Fragen beantwortet das FAQ.