ND-Filter für Video

Beim Fotografieren ist die Verschlusszeit frei wählbar. Beim Filmen ist sie das nicht: Sie soll etwa dem Doppelten der Bildrate entsprechen, sonst sieht Bewegung falsch aus. Damit bleibt bei zu viel Licht nur die Blende – und wenn die offen bleiben soll, der Graufilter.

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Die 180-Grad-Regel

Die Regel kommt aus der Filmkamera, in der eine halb offene Umlaufblende rotierte. Übertragen heißt sie: Verschlusszeit = 1 / (2 × Bildrate). Bei 25 fps sind das 1/50 s, bei 30 fps 1/60 s, bei 50 fps 1/100 s.

Hält man sich daran, bekommt jede Bewegung genau so viel Unschärfe, wie das Auge im Kino erwartet. Kürzere Zeiten lassen Bewegung stroboskopartig zucken, längere verschmieren sie. Beides ist ein Stilmittel, aber keine Voreinstellung.

Warum ohne Filter nichts geht

Ein bedeckter Tag bei f/2.8 und ISO 100 verlangt etwa 1/250 s. Gefordert sind 1/50 s – also gut zwei Blendenstufen zu viel Licht. In der Sonne werden daraus schnell fünf oder sechs.

ISO lässt sich nicht weiter senken, die Verschlusszeit ist festgelegt, und Abblenden kostet die Freistellung, die der Grund für das lichtstarke Objektiv war. Bleibt der Filter.

Welche Stärke wann

Was beim Filmen anders ist als beim Fotografieren

Für Video sind ND8 und ND16 das nützlichere Paar als ND8 und ND64: Sie deckeln bedeckten Himmel und klare Tage ab, und das ist der Bereich, in dem die meisten Aufnahmen entstehen. Wer in der Sonne mit offener Blende filmt, legt einen ND64 dazu.

Alle Werte stehen in der ND-Filter-Tabelle, häufige Fragen beantwortet das FAQ, und Welcher ND-Filter? führt vom Motiv zur Blendenstufe.